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Die Niederlande beschließen den Gasausstieg

Geschrieben von Erfgoed | 09.09.2021 11:33:19

Für lange Zeit war Gas der wichtigste fossile Energieträger in niederländischen Haushalten. Jedes Haus musste über einen Gasanschluss verfügen. Mit Gas haben wir unsere Häuser und Wohnungen beheizt und viele Menschen kochen mit Gas. Das wird sich radikal verändern. Das im niederländischen Boden befindliche Gas – für lange Zeit der Motor unserer Volkswirtschaft – darf aufgrund der gestiegenen Zahl von Erdbeben im Norden unseres Landes fortan nicht mehr gefördert werden. Hinzu kommt die Notwendigkeit einer erheblichen Reduzierung der CO₂-Emissionen. Nun wurde entschieden, dass sämtliche Haushalte in den Niederlanden bis zum Jahr 2050 aus der Nutzung von Gas aussteigen müssen.

Die Nutzung fossiler Energieträger ist zu einem erheblichen Teil für die Erwärmung der Erdatmosphäre verantwortlich. Der Klimawandel lässt sich kaum noch ernsthaft bestreiten. Die Auswirkungen dessen lassen sich überall beobachten. In Westeuropa haben wir zum Beispiel gerade einen extrem trockenen Sommer erlebt.

Auch der niederländische Unterglasgartenbau verspürt den wachsenden Druck zur Reduzierung der Nutzung fossiler Energieträger. Für den heimischen Unterglasgartenbau lautet die Zielvorgabe für das Jahr 2050: Klimaneutralität – unter anderem durch die verstärkte Nutzung von Erdwärme. An mehreren Orten werden Gewächshäuser als Energiequelle für die Umgebung eingesetzt. Dafür wird der Gartenbau an anderen Stellen vonseiten der Industrie mit Wärme und CO₂ versorgt. So wurde beispielsweise in Westdorpe in Seeländisch Flandern rund um die Kunstdüngerfabrik der Firma Yara in Sluiskil ein Gartenbaugebiet angelegt. Dank dieser Lösung verfügen die Erzeuger über kostengünstige, umweltfreundliche Wärme und reines CO₂. Auf diese Weise sparen sie bis zu 90 Prozent ihres Gasverbrauchs ein. Das Areal wird auch als nachhaltigstes Gartenbaugebiet der Niederlande bezeichnet.

Ich wundere mich schon seit Jahren darüber, dass die Einflüsse der aus dem Boden herrührenden Kälte und Feuchtigkeit im Unterglasgartenbau so geringe Beachtung fanden. Wir haben Gewächshäuser gebaut, die Isolierung der Böden dabei aber vergessen. Mittlerweile scheint sich der Blick dafür aber im Gartenbaubereich auf breiter Ebene durchgesetzt zu haben. Schließlich trägt gerade dieser Untergrund ganz erheblich zu den klimatischen Bedingungen rund um die Produkte bei. Und für die gilt es doch die besten Bedingungen zu schaffen! Mindestens genauso wichtig ist die damit realisierbare enorme Energieeinsparung!

Wir sind bestrebt, den Gartenbau schnellstmöglich klimaneutral zu betreiben. Das verfolgen wir mit ausgesprochen großer Energie. Ich bin jedoch davon überzeugt, dass dies vor allem eine gemeinsame Aufgabe ist. In engem Schulterschluss mit Gewächshausbauern und anderen Anbietern von Gewächshausausstattung. Gemeinsam sollten wir das schaffen.

Sollten Sie andere Ideen haben oder einen Gedankenaustausch wünschen, so rufen Sie mich bitte gerne an oder schicken Sie mir eine Mail!